Freitag, 22. Januar 2010

Abweichung von der Routine

In den letzten Tagen habe ich einen Teil der Lamaherde immer in der Scheune am Heu knabbern lassen, während ich den anderen Teil fütterte. Aber weil der Hund, der in der Scheune ist, ein wenig Angst vor den Tieren hat, habe ich heute die Tür zugemacht und die Lamas haben ein unüberwindbares Hindernis zwischen ihren 2 Tonnen Heu und sich vorgefunden. Ares stand vorher erwartungsvoll vor der Tür und blickte mir friedfertig und erfreut entgegen, als ich erschien. Er hatte mein ganzes Mitgefühl über die anstehende Enttäuschung. Und natürlich konnte Ares nicht umhin, mir lautstark mit seinem Hummen seinen Unwillen mitzuteilen, als ich ihn zwar an mir vorbeiließ, er aber das Tor geschlossen vorfand. Und er schaute mich vorwurfsvoll an. Und protestierte. Mir blutete das Herz! Er lief mir hinterher und drehte sich dabei immer wieder zur Scheune hin. Und auch die anderen waren nicht begeistert. Ich bedauerte sie noch ein wenig, blieb aber standhaft, ignorierte ihre "Öffne-die-Tür-zum-Schlemmerhimmel"-Aufforderung und ging erst einmal die Mutterherde füttern. Als ich dann mit vollem Heusack zurückkam, schnappten sich die Lamas jeder ein Maulvoll und liefen mir dann brav in den Stall hinterher, wo ich es in die vorgesehene Raufe auskippte.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Rehe am Nottekanal

Eine kleine Wanderung mit Bino allein führte heute entlang des Nottekanals bis zur Schleuse in Königs Wusterhausen. Es waren eine ganze Menge Menschen unterwegs. Sieben Mal habe ich anmerken müssen, daß wir nicht aus dem Zirkus sind.
Ansonsten mag Bino Radfahrer immer noch nicht und weicht ihnen großräumig aus. Dafür hat er mich heute auf jede Menge Rehe aufmerksam gemacht. Ich habe insgesamt 14 gezählt - in drei verschiedenen Herdenverbänden. Ohne das Lama hätte ich nur 3 in 20 m Entfernung entdeckt. Sie standen auch herum und wußten nicht so recht, was sie von uns halten sollten. Bino starrte sie an und sie starrten zurück. Einige kamen sogar näher. Es entlockte mir ein breites Lächeln. Und es gibt massenhaft Enten. Sie scharren sich insbesondere um die Brücken, weil sie dort gefüttert werden.

Sonntag, 17. Januar 2010

Abgefressene Nadelbäume

Es schneit wieder. Und es sieht so aus, als ob noch ein paar mehr cm dazukommen und auch liegenbleiben werden. Und das, nachdem mein Mann gestern wirklich fleißig und sorgfältig den Weg von der Haustür bis zum Auto freigeschaufelt hat. Sogar mit dem Spaten wurde das Eis unten bearbeitet und bis auf die Platten entfernt. Irgendwie bedauere ich ihn ein wenig. Habe die paar cm Schnee dann wieder weggekehrt.

Ich nutzte das Wetter und die kurze Ruhe, um uns bei Facebook zu verewigen. Jetzt sind wir auch dort vertreten, unter: http://www.facebook.com/maerkischer.lamahof.
Und eine Fanseite haben wir auch schon: http://www.facebook.com/pages/Mittenwalde-Germany/Markischer-Lamahof/255005619326.

Hier auf diesem Bild kann man erkennen, wie abgefressen unsere einst so schöne Tanne jetzt aussieht. Dazu muß man sagen, daß sie wirklich wunderschön gerade und gleichmäßig war. Leider hatte ich aber nicht beachtet, wie gern Lamas Nadelbäume fressen. Und dann war es schon zu spät, um sie noch abzusperren. Der Schaden war bereits angerichtet.
Auf dem ersten Bild kann man erkennen, daß die linke Tanne offensichtlich besser gemundet hat - danach war die rechte ebenfalls dran. Die Bilder wurden im Abstand von nur wenigen Tagen geschossen. Und andere Bäume werden jetzt ebenfalls entrindet. Wir haben vor zwei oder drei Wochen einen Haufen abgesägter Birkenzweige in die Weide geworfen. Sämtliche Lamas haben sich entzückt darauf gestürzt und knabbern immer noch fleißig daran herum.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Begegnungen

Die Sonne hat sich auch heute nicht gezeigt. Zum Glück hellt der weiße Schnee den ansonsten trüben Tag auf. Eine kleine Runde mit Bino am Reiterhof vorbei war heute angesagt. Die Pferde sehen im Schnee auch sehr schön aus.
Habe ebenfalls erfahren, daß die ansässige Ortschronistin wohl schon hinten die Lamas auf der Gartenweide angesehen hat. Wir scheinen hier im Ort bekannter zu werden.

Zum heutigen Tag läßt sich auch noch sagen, daß Freunde von uns heute um 11:40 Eltern geworden sind. Von uns aus einen Herzlichen Glückwunsch zur Geburt ihrer Tochter. Wir wünschen ihr das Beste auf ihrem zukünftigen Lebensweg.

Sonntag, 10. Januar 2010

Noch eine Heuraufe und ein Gaststättenbesuch

Unsere angemeldeten Gäste waren derart eingeschneit, daß wir die Wanderung verschoben haben.
Daher sind wir heute vormittag nur zu zweit mit den beiden Jungstuten Mara und Artemis - beide ca. 1,5 Jahre alt - ein wenig im Schnee herumgestapft. Und als wir bei einem Restaurant in der Dorfmitte vorbeikamen, dem "Deutschen Haus", wurden wir hereingebeten. Wir sind also den kleinen Treppenabsatz hoch, durch den Vorderraum und standen dann in der warmen Gaststube. Die Weihnachtsdekoration, die Ares vor einigen Wochen so interessant fand - es handelte sich um Tannenzweige, war nicht mehr da, dafür aber ein paar mehr Leute. Die beiden Stuten verhielten sich mustergültig, schauten interessiert in der Gegend herum und ließen sich streicheln und fotografieren. Vielen Dank an Christian Korth, der ein paar schöne Aufnahmen von den Momenten machte und sie uns zusandte. Auf den Gesichtern der Lamas glitzern die Schneeflocken und man sieht noch die dünne Schneedecke auf den Rücken der Tiere. Die Lamas sind durch ihre Wolle so gut isoliert, daß die Schneeflocken - zumindest draußen - nicht schmelzen und die Lamas nicht naß werden. Daher ist ihnen jetzt auch nicht wirklich kalt.
Danach haben wir noch eine Heuraufe gebaut. Ares und seine kleine Herde scheint jetzt "umgezogen" zu sein. Anstatt sich in unserem Holzschuppen zu verkriechen, haben die Lamas endlich wohl den mit Stroh eingestreuten Pferdestall als Schlafplatz erkoren - so, wie es eigentlich auch ursprünglich von mir vorgesehen war. Aber bestimmt nicht lange - wenn es wieder wärmer wird, gehen sie sicherlich wieder in den Unterstand, aus dem sie fast die gesamte Umgebung sehen können.

Samstag, 9. Januar 2010

Schnee, Schnee und nochmals Schnee

"Eine geschlossene Schneedecke in ganz Deutschland - das ist sehr selten", sagte DWD-Meteorologe Bernd Zeuschner. Bis zum Sonntag soll es weiter schneien.
So stand es heute in den Nachrichten - und tatsächlich: es schneit immer noch. Selbst die Lamas haben keine wirkliche Lust mehr, durch den Schnee zu stampfen. Unsere Fuß- und Lamaspuren sind auch schnell wieder eingeschneit. So viel Neues gibt es also nicht zu berichten.
Die Herde in der Gartenweide knabbert fleißig an den Bäumen herum und hat eine Schneedecke auf ihrem Rücken. Ich habe ihnen noch Birkenzweige vorgeworfen. Die Mutterherde hat da mehr "Weicheier" - sie sitzen in ihrem Unterstand auf dem isolierenden Stroh, sehen hinaus und laufen nur kurz mal davor herum. Die meiste Zeit sitzen sie aber und käuen wieder. Vielleicht werden sie ja wieder energetischer, wenn die Sonne hervorkommt.
Es ist aber super Wetter zum Skilanglauf. :-)

Freitag, 8. Januar 2010

Der Winter in Brandenburg hält an

Wenn wir aus unserem Hof herauskommen, sehen wir derzeitig diese verschneite Baumpracht vor uns.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Wofür benutzt man Lamas?

Ich wurde heute von 4 verschiedenen Personen unabhängig voneinander gefragt, ob ich die Tiere zum Fleischerwerb züchte. Merkwürdig - normalerweise ist eine der ersten Fragen immer: Spucken die? Aber hier auf dem Land denken die Leute wohl etwas praktischer.
Daher meine Antwort auch hier nochmals zur Aufklärung: nein, meine Tiere sind nicht für den Fleischerwerb gedacht und dürfen auch nicht dafür verwendet werden. Grund für das Nicht-dürfen sind u.a. die jährlichen Chlostridien-Impfungen (Clostridien sind grampositive, anaerobe, Sporen bildende Bakterien), die die Tiere vom Tierarzt erhalten. Da ist z.B. auch eine Immunisierung gegen Tetanus dabei. Aber es macht sie auch lt. Gesetz (AMG) als "fleischliefernde Tiere" ungeeignet. Was mir persönlich nur recht ist. Ich würde sie sowieso nicht zu diesem Zwecke züchten oder halten wollen.
In den Anden ißt man Lamas durchaus - vor allem in den hochliegenden Indiodörfern. Aber die Moderne hält auch dort Einzug und Rinder- und Schaffleisch ist auch in Südamerika in den typischen Lamagegenden auf dem Vormarsch.
Fazit:
Nein, ich züchte sie nicht für Fleischerwerb.
Ja, ich züchte sie für Nachwuchsverkauf, nutze sie für Wanderungen als Trekking-Gefährte und Lasttier, Therapiezwecke, sehr bedingt für ihre Wolle, für den Freizeit"gebrauch" und weil sie mir eben gefallen.

100 Jahre alt!


Heute morgen haben wir auf dem Kalender eine rote Zahl gesehen. Und gerätselt, ob in Brandenburg Feiertag ist oder nicht. In Berlin auf jeden Fall nicht .... aber es sah auch hier nicht so aus.
Davon abgesehen: eine entfernte Tante wird heute 100 Jahre alt! Happy Birthday - da, wo sie wohnt, sind jetzt 25°C. Ist das nicht ein sagenhaftes Alter? Meine Mutter ist extra hingeflogen - ich wünschte, ich hätte mitkommen können, aber das ging aufgrund der vielen Arbeit hier nicht. Vielleicht haben wir ja später mehr Luft und können ihr einen Besuch abstatten. Sie ist recht fidel. Eine Feundin von ihr hat sie heute morgen besucht, wie ich am Telefon erfahren habe. Diese Freundin hat ihrerseits ihren 100sten Geburstag vor einem halben Jahr gefeiert.

Dienstag, 5. Januar 2010

Heulieferung

Die letzten Tage waren angefüllt. Wir haben 4.2 Tonnen Heu geliefert bekommen. Das dürfte jetzt bis ca. Mai reichen. Und da der Traktor nicht durch unsere enge Toreinfahrt kam, haben wir uns ein kleineres Gerät ausleihen müssen und ich bin damit hin- und hergefahren. "Leben auf dem Bauernhof" - früher haben die meisten kleinen Jungs immer davon geträumt, mal Traktor fahren zu können. Zumindest die in der Stadt. Ich selbst hatte eigentlich nicht wirklich Amibitionen dazu - es kam mir einfach nicht in den Sinn - aber dies läßt sich bei den Mengen Heu nicht vermeiden. Ist auch viel einfacher, als ich es mir so gedacht hatte. Mir schwebte da ein älterer DDR-Traktor mit vielen Hebeln vor. Ich bekam stattdessen eine einfach zu bedienende Maschine mit Joystick .....
Es ist eine gewisse Befriedigung dabei, wenn man mehr als 200 bzw. 400 kg mit einem Mal durch die Gegend fahren kann. Wir sind auch heilfroh, daß weniger als 2 km von uns ein ganzer Fuhrpark mit Mietmaschinen steht: Bagger, Gabelstapler, Radlager, ...... fast alles, was das Herz begehrt, wenn man Baumaschinen haben will. Sie sind auch sehr nett dort - kann ich nur weiterempfehlen. MVS Zeppelin nennen sie sich - eine der vielen Stationen.
Und so tuckerte ich für den Hin- und Rückweg 2 km auf der Landstraße herum - mit einer Geschwindigkeit von weniger als 20 km/h. Ein mutiger Radfahrer überholte mich. Mutig nicht deshalb, weil er an mir vorbeifuhr, sondern weil er bei dem Schnee und der Glätte auf der Straße fährt. Aber so hatte ich auch mal Zeit, mir die Gegend in Ruhe und mit Muße anzusehen. Die Gesichter der Leute, die mich sahen, waren ein wenig amüsiert und als ich kurz anhielt, machten ein paar Leute Bemerkungen über die "Niedlichkeit" des kleinen Gerätes und mein dazu passendes weibliches Geschlecht. Ich lachte nur ....

Und dann fuhr ich die Heuballen durch die Gegend: über eine Weide, einen Feldweg, ein Stückchen Straße und dann unseren Hof bis in die Scheune. Und dort stapeln sie sich jetzt meterhoch. Um an die oberen zu kommen, werde ich erstmal hochklettern müssen. Die Tiere haben die Umschichterei mit Gelassenheit genommen. Sie waren nur nicht glücklich, provisorisch aus ihrem angestammten Platz vertrieben zu werden. Sie fanden ihr Zwischenlager zwar gut genug, um körbeweise Heu zu vertilgen, aber nicht gemütlich genug, um sich zu erleichtern. Und das einige Stunden lang. Sehr saubere Tiere! Sie gehen auch normalerweise nicht auf Wegen oder im Hänger "auf Toilette". Dafür stürzten sie sich regelrecht auf ihren Kotplatz, als sie wieder zurückdurften. Jetzt sehen sich einem Berg von Heu gegenüber .... Ich glaube, sie wissen gar nicht, wo sie mit dem Fressen anfangen sollen. Aber ich werde das in den nächsten Tagen noch absperren, damit ich wieder mehr Kontrolle über die verfütterte Menge bekomme.
Und wir haben angefangen, andere Heuraufen aus Holzbrettern zu bauen. Ich habe mir eine Konstruktion überlegt, die allen Tieren gleichzeitig die Futteraufnahme ermöglicht - unabhängig von Rang und Herdenstellung.

Montag, 4. Januar 2010

Können Lamas zählen?

Heute habe ich, wie in den vergangenen Tagen auch festgestellt, daß Ares anscheindend die Futtergänge von mir zählt. Ich habe ein paar Ballen Heu provisorisch in einen gereinigten Pferdestall weiter unten untergebracht und schleppe von dort großkörbeweise das Futter zum Bestimmungsort auf der Weide bzw. im Unterstand. Frühmorgens gehe ich 3x zur Stutenherde, bevor ich dann 1x zur Ares-Herde komme. Während ich durch den "Garten" gehe, läuft er mir in sicherem Abstand hinterher (nicht ohne vorher kurz kontrolliert zu haben, daß der Korb auch wirklich leer ist) und setzt sich dann vor die Tür, durch die ich dann beim Rückweg kommen werde.
Und wartet genau 3 Körbe ab. Beim 4. Mal (nichts hat sich verändert - ich mache genau die gleichen Abläufe) steht er auf und wartet geduldig, daß ich komme, damit er gleich die ersten Maulvoll nehmen kann, bevor seine Stuten es mitbekommen und ihn erstmal vom Futter verdrängen. Und dann werfe ich ihm noch ein paar Handvoll in "seinen" Unterstand, den er sich neuerdings als Schlafplatz erkoren hat.

Zitat des Tages stammt von meinem Mann, als wir im RE nach Berlin saßen: "If I would write a blog I would note down: my wife told me today morning that we have to prepare for 4,5 tons of hay and they are going to arrive tomorrow ......" Dazu noch einen sardonisch-lakonischen Ton mit einer Spur ungläubigen Sarkasmus.

Sonntag, 3. Januar 2010

Isolation der unbeheizten Schwimmertränke und neue Infos auf der Homepage

Weil ich gestern abend zwar nicht wirklich Zeit hatte, aber die Füße meiner Tiere kontrolliert habe, ist mir der halbfertige Text auf meiner Homepage zu diesem Thema wieder eingefallen. Also habe ich ihn fix vervollständigt und jetzt auch online zum Lesen gestellt: Lamakunde: Fuß- und Nagelseite. Für Bemerkungen und Verbesserungen bin ich natürlich jederzeit dankbar.

Als letzter Akt des Gartenweidebaus im letzten Jahr hatten wir eine provisorische Konstruktion zur Isolation der Schwimmertränke errichtet, weil wir dort noch keine beheizbare Tränke haben und es nächste Woche wieder sehr kalt werden soll.
Wir haben ein paar OSB-Platten, ein paar Winkel, zwei Scharniere, ein wenig Styropor und viel Stroh verwendet. Natürlich auch noch Schrauben und ein paar Unterlegscheiben. Das Ergebnis ist zwar nicht wirklich schön, aber hoffentlich praktisch. Und wenn wir das (ein wenig besser zurechtgerückt) stehenlassen, würde ich es noch nett bemalen wollen. Diese Galerie der efx-Künstler in der Gegend bietet viele Ideen. Mit ihnen hatte ich ja sowieso schon wegen einer Hauswand von uns vor ein paar Monaten telefoniert. Bis jetzt fehlt mir aber noch so ganz der richtige Einfall. Was soll ich als Motiv nehmen? Einen Heu- oder Strohballen? Einen übergroßen Baumstumpf? Oder etwas ganz anderes? Wenn jemand eine Idee hat - ich bin ganz Ohr .....
Wenn man die "Apparatur" jedoch energetisch verbessern möchte, sollte man das Holz schwarz anstreichen und innen mit z.B. Aluminiumfolie versehen. Schwarz angemalte Alufolie funktioniert wahrscheinlich am besten. Schwarz zieht die Wärme an und das Alu leitet sie gut weiter. Wenn man es mit der reflektierenden Schicht nach innen anbringt (anders macht es nicht so viel Sinn) reflektiert es die Wärme auch wieder ins Innere zurück. Aber derzeitig möchte ich einfach keinen schwarzen Klotz auf der Weide haben.
Den Teil, der oberhalb der Tränke ist, haben wir mit einer Klappe versehen, auf der auf der Rückseite eine Styropor-Platte angeschraubt ist. So kann ich alles unbeschadet hochklappen und bei Bedarf an der Tränke herumschrauben. Und das Stroh wurde mit Plastik abgedeckt: zum einen, damit die Lamas es nicht aufessen und zum anderen, um die Tränke sauber zu halten. Innen habe ich sicherheitshalber noch ein paar Zentimeter Isoschaumrolle über die Wasserzuleitung und den Winkel befestigt.
Bis jetzt hat es sich ganz gut bewährt - weder ist die Leitung eingefroren, noch hat die Eisschicht das Wasser komplett überfroren.
Wenn wir im Sommer irgendwie Zeit haben, werden wir die Tränke verlegen und in den Unterstand versetzen. Wir wissen leider derzeitig nicht genau, wo die Leitung im Boden verläuft und wir müssen auch unter Betonbodenplatten hindurch.
Hier sieht man die Isolationsbox noch im Rohzustand einmal beim Einbau und das nächste Mal dann einen Tag später eingeschneit - allerdings mit flüssigem und trinkbarem Wasser in der Mitte.

Samstag, 2. Januar 2010

Schottische Traditionen und Neujahrsspaziergang

Prosit Neujahr allen!
Irgendwie kann ich nicht schlafen und nutze daher die Gelegenheit, ein paar Fotos hochzuladen und über verschiedene Neujahrstraditionen nachzudenken.
Als ich vorhin die Treppe in unserem Haus nach unten ging, stach mir wieder der Kilt meines Mannes ins Auge. Wie Leser meines Blogs wissen, habe ich letzten September (hier der Link) meinen schottischen Verlobten geheiratet. Und als kleine - nicht lamarelevante Notiz - habe ich die Feststellung gemacht, daß viele Schotten zu Neujahr ihren Kilt tragen. Der 1. Januar wird auch wesentlich mehr gefeiert als Weihnachten. Da ich in den letzten Jahren zu dieser Zeit in Glasgow weilte, konnte ich das gut beobachten. Ich nehme an, daß der Grund u.a. die letzten 400 Jahre und John Knox sind. 1583 wurde Weihnachten nämlich auf presbyterianische Art in Schottland verboten und nur der Gang in die Kirche galt als akzeptabel.
"Fast 400 Jahre lag ein presbyterianischer Bann über bunten Girlanden, Truthähnen und Plum Pudding, ihres Zeichens verräterische Indizien „papistischer Exzesse“. Notorische Gesetzesbrecher, die sich trotzdem ein deftiges Stew kochten und die Seele an „Lebenswasser“ (Whisky) wärmten, gar tanzten, drohte für drei Wochen der Büßerstuhl in der Kirche. Auch als in England längst die puritanische Ära überwunden war und Königin Victorias (1837-1901) Liebe zu Weihnachten einen freien Tag brachte, hielt Schottland am Anti-Weihnachtsgesetz der Reformation fest. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigten sich zaghaft englische Einflüsse: Strümpfe durften am Kamin zur sparsamen Füllung aufgehängt werden. Weihnachtslieder erklangen in Wohnstuben. Erst 1958 wurde in Schottland der 25. Dezember zum nationalen Feiertag erklärt, übrigens auf Anregung eines Edinburgher Pfarrers. Freilich ließen auch in Schottland Gesetze Lücken." [Quelle]
Die Lücken bestanden in dem gefeierten Neujahrsübergang. Hogmanay ist Sylvester.
Eine Tradition, die sich bis jetzt gehalten hat, ist "First Footing": der erste Mensch, der einen nach Mitternacht besucht, muß entweder Whisky, Shortbread oder ein Stück Kohle mitbringen. Das steht für Trank, Speise und Wärme. Fast immer bestehen daher die Mitbringsel in Shortbread oder einer Flasche Whisky. Hier noch ein paar weitere Infos. Die Feuer (Kaminfeuer) sollten die ganze Nacht über brennen. Und wer den Normalschotten im Alltagskilt sehen möchte, sollte sich am 1. Januar in Schottland aufhalten. Dann ziehen (nicht alle, aber relativ) viele Männer zu Pulli und dicker Jacke ihre Röcke an und besuchen so ihre Eltern und Familien für das traditionelle Neujahrsessen.
Und auch mein Mann packte gestern früh trotz Neuschnees den Kilt aus.

Die Lamas haben die Sylvesterfeuerwerke gut überstanden und sind ruhig und gelassen.
Eine kleine Wanderung mit Gästen stand heute auch an.
Und zu unserer privaten kleinen Neujahrswanderung zu zweit haben wir zu Trainingszwecken Baldur und Dakota mitgenommen. Über Baldur hatte ich ja schon früher hier und hier berichtet. Seine Kastrationsnarbe ist fabelhaft verheilt und er schaute gestern beim Wandern neugierig in die Gegend. Leider konnte auch die gelbe Decke unter dem Packsattel nicht darüber hinwegtäuschen, wieviel Stroh in seiner Wolle hängt. Ich habe einen halbherzigen Bürstversuch abgebrochen. Er hat sich anscheinend in der frischen Stroheinstreu im Unterstand gewälzt und sieht jetzt selbst wie ein wandelnder Strohballen aus.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Fütterung der Lamas

Als ich heute morgen geweckt wurde, konnte ich aus dem Fenster den Schneefall von letzter Nacht erkennen. Beim Füttern dann kam mir in der einen Weide Baila und Dakota entgegen - beide mit 2 cm Schnee auf dem Rücken. Baila hat ja schon immer lieber draußen als im Stall geschlafen - und dies bringt sie offensichtlich jetzt auch ihrem Sohn bei. Ares sah auch naß aus und es gab einen lamagroßen trockenen Fleck auf dem Fußweg - also nehme ich mal an, daß er es war. Er hatte sich so platziert, daß er die Sichtstrecke zur Mutterherde und seine eigenen Frauen gleichzeitig überwachen kann. Bonnie war trocken - sie schien sich irgendwo untergestellt zu haben.
Kälte macht den Lamas weniger aus als Hitze. Als ich in den USA gewohnt habe, haben die meisten Lamas dort trotz -20 °C außerhalb des Stalles geschlafen - sie standen erst auf als man zum Füttern kam - vorher hat man nur Schneehaufen entdecken können. Das war eigentlich recht witzig: ich kam, sah nur eine weiße Fläche vor mir und rief die Lamas. So die Aufmerksamkeit auf mich gelenkt, bewegten sich auf einmal einige Anhäufungen, Hälse streckten sich und wurden zu schneebedeckten Lamas. Es sah großartig aus! :-D

Beim Füttern wiederholte sich das nun alltägliche Schauspiel: Indira wartete am Toreingang auf mich und nahm (richtig) an, daß ich sie draußen frei herumlaufen lassen würde. Also kam erst ihre pflichtgemäße Begrüßung mit einem Lamaküßchen und dem geduldeten Steicheln. Dabei schielte ihr Auge aber an mir vorbei und sie lief dann zielstrebig in Richtung Hengst und stellte sie sich glucksend vor dem von dieser Schönheit hingerissenen Ares hin und flirtete aufs Heftigste. Der arme Kerl haßt den trennenden Zaun bestimmt aufs Tiefste. Ich füllte inzwischen in aller Ruhe sämtliche Heuraufen auf und trieb sie danach wieder zurück. Die Mutterherde gebärdete sich, als ob sie tagelang kein Futter bekommen hätte. Jeder Lamahalter wird das kennen: sobald man etwas zu Fressen bringt, werden einen die Lamas augenblicklich als willkommenes Objekt einschätzen, laufen einem zutraulich 100 m hinterher und warten sehnsüchtig auf die Rückkehr, wenn man die Weide mal kurz verlassen hat. Und stehen natürlich "meckernd" am Zaun, weil man ja doch nicht so schnell ist, wie die Tiere das gern hätten. Und wenn man mal durch die Herde durch zum Stall will, stehen alle im Weg und gehen nur sehr ungern zur Seite. Vorsorglich wird auch aller 10 Sekunden überprüft, ob man nicht doch irgendwo einen Korb Heu versteckt hat. Hat man dann das Heu in den Stall gebracht ist man nur noch Luft für sie und kann die Rangfolge der Tiere ganz wundervoll am Freßgebaren erkennen. Und weil die rangniedrigsten einen dann immer am Ende schmachtend ansehen, erbarmt man sich und stellt heimlich und unentdeckt von den Leittieren einen weiteren Korb voller Heu um die Stallecke. Auf den stürzen sich dann die restlichen 2 oder 3 Tiere.

Ansonsten schneite es den gesamten Tag hindurch. Wir haben beschlossen (weil die beheizbare Tränke noch nicht da ist) aus OSB-(Holz)platten, Styropor und Stroh eine bessere Isolation für die Tränke zu bauen.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Spaziergang mit Ares und seinem Sohn Dakota

Heute waren wir etwas fauler als die letzten Tage, da wir beide doch nicht so viel geschlafen hatten wie eigentlich gehofft: haben daher nur 210 kg Heu per Schubkarre von A nach B befördert, den Innenhof gereinigt (noch mehr Schubkarrenarbeit) und sind dann als Belohnung für uns selbst mit Ares und Dakota zum Krummensee gelaufen und über einen Teil des Hofjagdweges wieder zurück. Dakota war heute das 2. Mal am Halfter und hat sich ganz fabelhaft aufgeführt. Lief auch ganz brav nach ca. 10 Minuten allein mit, vorher haben die Autos ihn erschreckt und er wollte (verständlicherweise) auch nicht von Mami weg. Die Straße ängstigt ihn immer noch ein wenig, aber die Ruhe und Gelassenheit, mit der Ares neugierig durch die Gegend lief, färbte letztlich auch auf seinen Sohn ab. Leider konnten wir keinen Packsattel auf Ares setzen, da er überall mit Kletten "besudelt" ist. Ich wollte sie nicht noch tiefer in die Wolle drücken und besonders bequem wäre es für das Lama auch nicht. Ich glaube nicht, daß wir sie so einfach wieder herausbekommen - es muß wohl eine Schere her. Das ist wirklich schade, mir gefällt er so schön kuschlig, wie er gerade ist. Er wurde letztes Jahr geschoren und da er mittelbewollt ist, ist die braune Pracht schön nachgewachsen. Er scheint seine Scheu vor Menschen auch wieder abgelegt zu haben und begrüßte die Leute links und rechts neugierig. Auch Hunde scheint er sehr locker zu nehmen. Ein tolles Lama! Wir haben ihm eine blaue Führleine verpaßt. Ich glaube, die werde ich ihm auch lassen.Und noch einige Notizen:
  • Wir haben unterwegs einen einjährigen Schwan gesehen, der einen kaputten Fuß hat. Aber es kümmert sich bereits jemand um ihn.
  • Die ganze Tour heute wurde mit Trackverfolgung von meinem GPS gespeichert. Habe auf der topografischen Karte von Deutschland einige nicht eingetragene Waldwege entdeckt.
  • Die Tränke heute morgen hatte eine 5 cm dicke Eisschicht, aber alles funktionierte noch normal, als ich sie herausnahm. Bin gespannt, wie es morgen aussieht.
  • Leider kam der Bauer mit dem Heu auch heute nicht und konnte telefonisch nicht erreicht werden - bin etwas verärgert, da er Heu für dieses Wochenende fest zugesagt hatte. Werde die Woche über versuchen, ihn zu erreichen.
  • Ares schlief draußen vor der Gartentür, wo er sich zwecks Stutenbeobachtung niedergelassen hatte. Aber er war trotzdem ruhig und unsere Tür-Bastelarbeit von gestern hatte standgehalten.
  • Bonnie sprang aus dem Stand heute ohne jegliche Anstrengung (oder besonderen Grund) über einen 1,40m hohen Zaun. Es sah sehr elegant aus - mein Mann zog die Augen hoch. Und ich wünschte, ich hätte den Zaun um die 4 ha auf 1,80 gezogen und nicht nur auf 1,60m hoch.
  • Beim morgendlichen Füttern nahm ich Indira mit in den Garten (sie lief frei neben mir her), wo sie sich dann stolz ein paar Meter vor Ares postierte und glucksend mit ihm flirtete. Der arme Kerl - er hatte nicht die geringste Chance und schaute mich frustriert an, während die junge Lamastute ihm schöne Augen machte. Sorry, Indira, aber Du bist noch zu jung und Ares ist auch nicht für Dich vorgesehen ......

Samstag, 26. Dezember 2009

Lamas ausgebrochen und temporär verschwunden

Jemand sagte mir mal, daß ein Leben auf dem Bauernhof ruhig und erholsam sei. Bis jetzt kann ich dem eher weniger zustimmen.
Unser Tag begann heute schon sehr zeitig: um 4 Uhr früh. Leider aber nicht aus freien Stücken: die Polizei klingelte nämlich bei uns und erzählte uns, daß auf der Straße Lamas gesichtet seien und unsere Tür offensteht. Das Herz rutschte mir in die Kniekehlen und ich zog mich in Windeseile an.
Tatsächlich: der starke Wind letzte Nacht hat unsere Hoftür aufgerissen. Und da ein Teil der Tiere im Hof frei herumlief, sind sie dann auch fröhlich auf Nachtwanderung gegangen. Wir telefonierten noch ein paar Mal mit der Polizei hin und her. Ein Glück, daß ich kürzlich eine schriftliche Meldung bei der örtlichen Polizei hinterlassen hatte: bei freilaufenden Lamas in der Umgebung bitte zuerst bei mir anrufen. Da ich telefonisch nicht erreichbar war - das Telefon lag zum Aufladen unten in der Bibliothek, kamen sie vorbei. Diese Vorsicht hat sich heute mehr als gut bewiesen. 2 Autofahrer hatten sich gemeldet: die Lamas seien am Ortsausgang von Schenkendorf in Richtung Königs Wusterhausen auf der Straße gesichtet worden.
Wir liefen hin und her, fuhren rufend die Straße hoch und 'runter, schwenkten Heu und zu guter Letzt halfterten wir Indira und Cassandra (es waren die ersten beiden noch relativ hellen Tiere, die wir erwischten) und gingen unter den Straßenlaternen mit ihnen fast bis nach KW. (Hiermit entschuldige ich mich bei den Nachbarn, falls sie mein frühmorgendliches Rufen nach den Tieren gehört haben.) Und wir fanden: NICHTS! (Lamaaugen reflektieren übrigens so gut wir gar nicht ....) Mitten in der windheulenden Dunkelheit 2 schwarze und 2 braune Lamas zu finden, ist auch eher zweifelhaft. Und bei dem Rest der Herde hinten waren sie auch nicht. Und so brachen wir schweren Herzens ab.
An Schlaf war natürlich nicht mehr zu denken. Wir ließen die Hofeinfahrt offen, hellbeleuchtet und mit einem Korb voller duftendem Heu als Lockmittel stehen. Und siehe da, um 8 Uhr, als ich gerade wieder losgehen wollte, sah ich von einem inneren Instinkt aus getrieben aus dem Fenster und 4 Lamas tummelten sich auf der Straße vor unserem Hof, beäugten die Bushaltestelle und wußten anscheinend nicht so genau, wo sie hin sollten. Also schnappte ich mir den Korb und lief hinaus. Anscheindend hatten sie aber schon gefrühstückt, denn sie sausten fröhlich und mit Schalk in den Augen wieder die Straße hinab, bogen dann aber, wie ich gehofft hatte, hinter dem Friedhof links auf das Feld ab. Wir trieben sie noch ein wenig in die Richtung und sie da: dort entdeckten sie dann den Rest der Herde. Das Einfangen war nun ein Kinderspiel. Wir machten einfach die Tür hinter ihnen zu (die vorher hinten offenstand). Und dann trieben wir sie wieder in den Hof zurück.
Der Rest der Herde war auch so aufgeregt, daß sie den Rest des temporären Weidezauns umrannten und hinaus wollten. Wir konnten dies gerade noch so verhindern und stellten erst nachdem wir den Zaun notdürftig wiederhergestellt hatten fest, daß Cecilia draußen auf dem Feld herumwanderte. Mit ihrer Farbe sah sie ein wenig wie ein überdimensioniertes Reh aus. Die Mutterherde war entsprechend aufgebracht: das Leittier spazierte draußen umher. Und nun zeigte unsere gestrige Arbeit Früchte: hätten wir den Wildschutzzaun nicht schon aufgehängt und das Holztor errichtet, wäre die komplette Herde ohne jegliche Schwierigkeiten ausgebrochen und wir hätten Stunden mit dem Einfangen verbringen dürfen. Vielleicht auch noch Hilfe holen müssen. Aber so konnten wir die Standfestigkeit des Zaunes erfolgreich testen. Cecilia spielte noch ein paar Mal mit uns "Fangen" und mein Kommentar letztlich war: sie wird sich nicht von der Herde entfernen - soll sie sich doch einmal auch draußen die Füße vertreten. Mein Mann schien nicht dieser Meinung zu sein und daher unternahm ich noch einen halbherzigen letzten Versuch. Mit einem Korb voller Heu vor der Tür, dem Treiben der Herde innerhalb des Zaunes in eine bestimmte Richtung und meinem Weg-abschneiden zur Straße wurde mein Plan erfolgreich von ihr auch in meinem Sinne quittiert: indem sie in den Garten lief. Ich trieb sie in eine leere Pferdebox und band ihr notdürftig einen Strick von einem Heuquader um den Hals, den sie anstandslos als Halfterersatz akzeptierte. Und damit ging es dann zurück zu ihrer Herde. Obwohl sie doch ein wenig enttäuscht und gleichzeitig aufgebracht über das Ende ihrer gerade erlangten Freiheit war. Zumindest schien es mir so.
Und der dunkle Teil? Sie waren immer noch im oberen Teil des Gartens und extrem aufgeregt. Ich sperrte sie auf den Innenhof, bis wir eine Lösung gefunden hatten. Nun waren sie natürlich extrem unglücklich: da waren noch eine Menge anderer Lamas und sie durften nicht zu ihnen! Sie hummten und legten die Ohren an. Ares versuchte mehrfach, die Stalltür einzurennen. Mehr als 200 kg konnte sie gerade noch so aushalten - wir hatten eine stabile Europalette davorgestellt.
Bei einer Tasse Kaffee wurde dann der Tagesplan neu entworfen und der Rest des Stunden bis zur Dunkelheit verging damit, den oberen Garten für die Lamas herzurichten: alles Spitze auf dem Boden zu entfernen, die giftige Hecke unserer Nachbarn (Eibe) und den Miniteich bei uns abzusperren und die Mitteltür im Garten gegen Ares' anstehende Durchbrechungsversuche abzusichern. Nachdem dies erledigt war, ließen wir Ares, Baila, Bonnie und Dakota in den oberen Teil des Gartens. Wir befestigten inzwischen den Rest des Zaunes und bauten bis hoch an die unteren Pferdeställe. Jetzt ist dort auch eine provisorische Tür.
Zwischenzeitlich sprang Bino (ein weißer, 2jähriger Wallach) über den Zaun (das sind 1,60m) und forderte Ares heraus. Nachdem das auch irgendwie überstanden war, schien der Hengst ruhiger zu werden. Die letzten Tagesstunden trampelte er nicht mehr unruhig vor der Gartentür herum und wollte sie durchbrechen, sondern graste. Unsere lebendigen Rasenmäher .... es sieht hinten schon viel besser aus. :-)
Wir sicherten alle Türen und vergewisserten uns am Abend noch einmal, ob alles ruhig war. Es schien so. Der Himmel ist wolkenfrei, der zunehmende Mond leuchtet hell und man kann viele Sterne sehen. Es ist warm und sowohl Eis als auch Schnee sind weggetaut. Achja: unsere Tränken funktionieren wieder, ich habe heute eine Schraube gelöst, den letzten Eisrest herausgekratzt und das Ventil mit heißem Wasser übergossen bis sich alles löste. Es ist relativ warm draußen im Vergleich zu den letzten Tagen: 2°C. Hoffen wir auf eine längere und ruhigere Nacht heute ............

p.s. Die Katzen scheinen die Scheu vor den Lamas zu verlieren und beobachten sie interessiert vom Hof aus.
p.p.s. Wir sind gestern mit Dakota und Baila ein Stückchen spazierengegangen. Der Kleine macht sich schon ganz gut, ich werde ihn mal mit Ares mitnehmen.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Wie setzt man eine Mütze auf ein Lama?

Habe noch eine Weihnachtsmütze bei uns gefunden und beschlossen, sie einem Lama aufzusetzen und ein paar Fotos zu schießen. Nun ist dies aber alles andere als einfach. Und damit meine ich nicht das Aufsetzen an sich - das ist kinderleicht. Nur wie? Hier habe ich als Mensch mich dusslig angestellt. Die sonst so wunderschönen Lamaohren sind im Weg. Ein paar Varianten habe ich aber festgehalten - bei der einen hatte ich kurzerhand die Ohren mit in die Mütze gepackt. Es gibt sicherlich bessere Varianten - mir schwebt da etwas mit Gummi vor ..... Ich glaube, das Beste wird sein, die Mütze zwischen beiden Ohren nach hinten zu ziehen.
Aber zur Belustigung einige Bildchen meiner Versuche, die hoffentlich in den nächsten Jahren bessere Ergebnisse bringen: Indira als diesjähriges Weihnachtslama. Und in diesem Sinne: allen Lesern ein
Frohes Fest und beschauliche Feiertage.


Samstag, 19. Dezember 2009

Fotos



Die Lamas haben die Tannen des Nachbarn als willkommenen Leckerbissen und Bereicherung ihres Speisezettels entdeckt. Die Äste, die in ihre Weide hineinragen, werden wohl daran glauben müssen. Das andere Foto zeigt Ares, wie er in das Fenster der Bibliothek sieht. Jetzt ist die Frage: beäugt er kritisch unseren Büchergeschmack oder wird seine eigene Reflexion leicht zurückgeworfen und er glaubt, noch ein Lama zu sehen? Aber mich hat er durchaus entdeckt und sich wohl gefragt, was ich da so treibe ........
Abgesehen davon ist es hier immer noch klirrend kalt - wir haben -11 °C gemessen und dann habe ich später nicht mehr auf das Thermometer gesehen. Es wurde aber kälter. Mußte dreimal Wasser für die Tiere schleppen.

Freitag, 18. Dezember 2009

Notfall und schwarze Schatten vor dem Fenster

Eigentlich wollte ich Ares, Bonnie, Baila und Dakota erst im Januar holen, weil ich nicht 2 sich bekriegende Hengste zusammen auf dem Hof haben wollte. Heute hatte ich jedoch - mitten in der Arbeit am Zaun um 16 Uhr - einen Anruf bekommen. Eine halbe Stunde später war ich auf dem Weg zu Ares. 5 Stunden später war ich wieder daheim. Davon haben wir ca. 1,5-2 Stunden damit verbracht, den Hänger eines Freundes bei klirrender Kälte von -11 °C zu enteisen. Mir sind mehrfach alles fast abgefroren und ich hatte beim Halftern der Lamas kein Gefühl mehr in den Händen. In der Eile hatte ich mich natürlich nicht entsprechend angezogen.
Jetzt haben wir 4 dunkle Lamaschatten in unserem Hof, weil wir sie von dem Rest der Herde vorläufig trennen müssen. Sie laufen im Innenhof und in der Scheune umher, sehen neugierig in unsere Küche und in die Bibliothek hinein und beschnüffeln alles interessiert. Übergroße Wachhunde - die Haustür brauchen wir auf jeden Fall nicht zuzuschließen. Und während ich das hier so schreibe, sieht ein bewollter schwarzer Lamakopf um die Ecke des Fensters ........
Dakota hatte heute ganz kurz für ca. 10 Minuten das 1. Mal das Halfter aufgesetzt bekommen - anders ging es nicht. Aber er war mäßig ruhig und ist brav hinter seiner Mutter über die Landstraße gelaufen. Bonnie und Ares habe ich sogar beim Einladen durch die kleine halbhohe Tür an der Vorderseite des Hängers durchgeschleust. Gar kein Problem - obwohl ich es bei ihrer Größe wie ein kleines Kletterkunststück aussah. Abgesehen vom Baby sind alle ganz brav ohne zu Murren oder auch nur ein Anzeichen von Sträuben eingestiegen. Ging ganz leicht. Dakota ist uns jedoch mehrfach ausgebüchst. Der Trick, seine Mutter wieder hinauszuführen und dann mit ihm hintenan wieder hineinzumarschieren hat letztlich funktioniert. Ares mußte ich sogar gar nicht anhalftern. Als die beiden erwachsenen Stuten im Hänger waren, ging er ganz von selbst hinein und ich mußte nur versuchen, ihm über den Rücken eines anderen Lamas hinweg das Halfter aufzusetzen.
Jetzt ist mein Mann noch weg, um den Hänger zurückzubringen und im Ofen erwärmt sich gerade ein Knoblauchbaguette und macht uns damit völlig unsozial dem abendlichen Berliner Leben gegenüber. Wie ganz anders sind doch Freitagabende in der Stadt - meine Freunde sind sicherlich gerade in Clubs gegangen .............

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Es schneit schöne dicke Flocken

Die letzten beiden Tage war ich unterwegs in Sachsen. Hatte auf dem Rückweg einen Hängerschaden. Zum einen ist das Radlager am rechten Hinterrad (es ist ein 2Achser) defekt und zum anderen steckt die Bremse steckte. Und das, obwohl ich die Handbremse wegen der Kälte über Nacht nicht angezogen hatte. Es ist ein Verschleißschaden. Um doch noch nach Berlin zu kommen, ist kurzerhand das Rad von der Bremse genommen wurden. Mußte sehr, sehr vorsichtig fahren. Es ging aber ziemlich gut.
Nachdem Baldur kastriert wurde (um die Hoden haben sich die Hühner gestritten), ging es einen Tag später mit ihm und Cecilia, der Herdenchefin, nach Schenkendorf. Die beiden Tiere waren auf dem Rückweg ruhig und mampften friedlich sitzend das Heu vor sich hin. Beide sind jetzt in der Herde und Cecilia ist Indira gegenüber friedlich eingestellt - genau, wie ich es erhofft hatte. Als die beiden sich das 1. Mal vor 2 Wochen sahen, hat die Großmutter ihre Enkelin vehement bespuckt und aus der Herde verdrängt. Jetzt ist aber Frieden in die Stutenherde eingekehrt. Ich versuche, demnächst eine webcam zu installieren, da ich die Herden- und Weidenaufteilung ändern werde. Die Stuten bleiben über Winter in der Gartenweide und ich baue dort eine beheizbare Tränke an. Ares kommt dafür hinter und Inti bleibt vorn im Garten und kann dort spazierengehen. Allerdings ist Ares in der letzten Zeit häufiger ausgebrochen. Wenn er hierherkommt, hoffe ich, daß er den Zaun akzeptiert, sonst habe ich ein Problem.
Und mit Freude habe ich festgestellt, daß die Lamas den Misthaufen, den ich angelegt habe, als 2. Kotplatz benutzen. Da brauche ich dann nur alles fix zusammenzukehren und fertig bin ich. Sehr praktisch und arbeitsminimierend!
Jetzt schneit es hier fleißig in Brandenburg. Flocken, die auch tatsächlich auf dem gefrierenden Boden liegenbleiben. Es sieht wirklich schön aus. Zwei Zentimeter sind es bestimmt schon. Der Hund scheint sich auch zu freuen - er spielt im Schnee.

Montag, 14. Dezember 2009

Schippen

Und damit man zur Abwechslung sieht, daß Lamahaltung nicht nur freudiges Entzücken ist, sondern auch durchaus Arbeit macht (schön oder weniger schön - je nach Auffassung und Wetter): heute war mal wieder Ausmisten dran. Der Boden ist schön angefroren, da geht das Lamakotschippen viel einfacher. Und so landeten Schubkarren voller Verdauungsprodukte von Lamawunschziel A auf Menschenwunschziel B 120 m weiter hinten.

Das letzte Wochenende hat einen kurzen Besuch beim Rangsdorfer Weihnachtsmarkt mit sich gebracht. Micha, ein Schnitzer, der Weihnachtsmänner aus Birken herstellt, hat auch fabelhaften Glühwein. Wie mir glaubhaft von Einheimischen mitgeteilt wurde, ist dieser wohl auch der Beste auf dem Markt. Ich glaube ihnen, da ich den Wein jedenfalls nur empfehlen kann (vor allem mit Amaretto) - und seine Weihnachtsmänner auch. Ein kleineres Exemplar schmückt jetzt unser Fensterbrett und schmunzelt bei uns in den Raum hinein. Ansonsten hat der Markt sehr viel einheimische Produkte und Kunsthandwerksstände, sogar die Straußenfarm (Jambo) war da. Das Straußensteak schmeckt immer noch genauso gut wie im Sommer, als wir dort einen Besuch abstatteten. Und ich habe jemanden getroffen, der Pilze anbaut. Ein anderer Stand hatte genähte Kaninchenfelle, über einem Feuer prasselte Kesselgulasch und Eintopf, es gab Mini-Donuts und eine Imkerei stellte ihre Produkte aus - u.a. auch sehr guten Honigwein. Alles in allem ein vergnüglicher Abend.

Sonntag, 13. Dezember 2009

2. Lamatransport im Dezember

600 km mit Pferdehänger auf der Autobahn und 2 Audiobücher später konnte ich am Freitag in der Dunkelheit 19 Uhr 3 weitere Lamas auf die Weide in Schenkendorf stellen: Billi, Cassandra und Artemis gesellten sich zu den bereits vorhandenen Tieren. Ein großes Hallo mit erstem schwungvollen Ausmessen des neuen Raumes. Die Herde rannte vor und zurück. Ich bin froh, daß sie eine relativ weite Auslaufstrecke auch auf der Gartenweide haben.
Gestern früh waren sie alle friedlich zusammen auf der nebligen Fläche und ich mußte beim Füttern erst einmal die Tränke enteisen. Ich werde die beheizbare Tränke anbauen müssen. Aber ein Eimer half erst einmal über den Zeitraum hinweg.
Und dann fing es tatsächlich an zu schneien - in Brandenburg! Ich war gerade unterwegs, um einen neuen Vorschlaghammer zu besorgen und konnte mir ein beglückendes Grinsen im Auto nicht verkneifen. Leider hielt das Schneeglück von oben nur etwa eine halbe Stunde lang an. Aber ich habe es geschafft, ein Beweisfoto aufzunehmen. :-) Vielleicht schneit es nochmals. Letztes Jahr in Berlin konnte man sogar in einem Park Ski fahren.
Und dann haben wir eine kleine Runde mit Indira und Mara gedreht. Eine kleine Runde deswegen, weil es schon spät am Nachmittag war und auch ein recht ungemütlicher Schneeregen einsetzte. Mara bekam den Packsattel aufgeschnallt. Die grüne Fliesdecke steht ihr. Mal sehen, ob ich ein farblich passendes Halfter bekomme.
Und heute früh war auch eine dünne Schneeschicht auf dem Boden. Es scheint tatsächlich Winter zu werden. Laut Wetterbericht sollen nächste Woche bis -10°C werden - wir werden sehen.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Pilze


Von einer Birke sind ein paar Stumpen übrig und ich werde Pilzanbau ausprobieren. Obwohl Eiche wesentlich besser für Shii-take ist, werde ich damit anfangen. Es ist ein guter Anfängerpilz und die Jahreszeit ist für andere Pilze ein wenig ungeeignet. Das Buch von Jolanda Englbrecht "Pilzanbau im Haus und Garten" ist wirklich großartig: sehr informativ, anschaulich und einfach beschrieben. Wurde mir auch wärmstens von Frau Krämer empfohlen. Sie verkauft u.a. die Impfdübel und hat sehr gute Anleitungen auf ihrer Seite.

Eigentlich wollte ich heute einen kleinen Unterstand aus einem der Schuppen machen, die unsere Nebengelasse bilden. Ich könnte dort temporär einen Hengst weg von der Mutterherde plazieren, bis der Unterstand auf der 4ha-Weide fertig ist. Aber gerade, als ich hinausgehen wollte, fing der Regen an. Kalte, ungemütliche, große Tropfen, die wirklich durchnässen. Ich habe mir den Bau genau angesehen und bin dann wieder ins Haus. Die kurze Zeit reichte aus, um meine Jacke komplett einzuweichen. Sie hängt jetzt zum Trocknen im Flur und ich sitze arbeitend und schreibend am Rechner.
Den Katzen gefällt der Regen auch nicht. Sie sind panisch wieder ins Haus gerannt, nachdem ich sie in den Schuppen getragen habe. Konnte gar nicht so schnell hinterher und die Tür aufreißen. Achja, wir haben uns für einen Namen entschieden - zumindest für die männliche Katze: Heedless Scater. Das Erstere wird beim Rufen weggelassen und alles schottisch ausgesprochen. Warum dieser Name ..... tja, lange Geschichte - vielleicht ein anderes Mal.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Alarmrufe und Unterstandsorganisation

Als ich heute vorübergehend eine Gewebeplane an einer Seite des Unterstandes aufgespannt habe, hörte ich den Alarmruf von Bino. Und die nächsten 15 Minuten immer wieder. Ich selbst konnte nichts entdecken, aber er rannte aufgeregt hin und her. Pferde? Ein Wildschwein? Hund? Ein Reh? Bevor die Lamas kamen, rannte ständig ein Reh über die Weide. Ich hatte es mal über den Zaun springen sehen und mir wurde mitgeteilt, daß es sogar in unserem Innenhof umherlief. Ich sah heute nichts und arbeitete daher ruhig weiter. Bino schien sich später etwas beruhigt zu haben und kam sogar heran, um mich - aus sicherer Entfernung natürlich - genau zu beäugen und zu beschnüffeln. Er fragte sich wohl, was ich da so mache (zu dem Zeitpunkt schaufelte ich Lamadung auf die Schubkarre).

Die Gewebeplane bedeckt jetzt eine Seite des Unterstandes und bildet damit auch zum Osten hin Wind- und Wetterschutz. Obwohl es eigentlich nicht wirklich nötig war, da es dort beständig trockenblieb, wie ich in den letzten Regentagen erfreut festgestellt habe. Aber ich will sichergehen, da ich dort auch Heu lagern möchte. Es handelt sich um etwa 12 Quadratmeter. Die Lamas haben immer noch etwa 25 qm Platz unter den restlichen zwei Dritteln. Wobei ich eigentlich noch eine Abteilung abspannen möchte. Die Gewebeplanen bilden eine temporäre Maßnahme, bevor wir es zeitlich schaffen, dort eine Holzwand hochzuziehen.

Und wie ich schon sagte, erst heute zeigte sich die Sonne und ein strahlend blauer Himmel. Ich war die letzte Zeit nicht wandern, weil das Wetter einfach nur ungemütlich war und die Lamas auch naß. Außerdem wollte ich ihnen noch mehr Eingewöhnungszeit gönnen.

Sonntag, 29. November 2009

Presse und Tatsachen

In der Ostthüringer Zeitung konnte im Internet [Quelle] am 29.09.2009 folgenden Satz lesen: "Alpakas sind als Haustiere gehaltene Lamas." Erstaunte Überraschung und dann ein breites Schmunzeln auf meiner Seite. Ich bin mir ganz sicher, daß Peter Gemeinhardt, dem die Tiere gehören, das der Presse nicht so mitgeteilt hat. Entweder wurde da falsch recherchiert oder etwas falsch verstanden.
Zur knappen Richtigstellung: Alpakas und Lamas sind beides "Haustiere" in Südamerika - und inzwischen auch in Europa. Haustiere im Sinne von: man habe einen wirklich sehr großen Garten und viel, viel Platz ....... Beide Arten gehören zu den Neuweltkameliden, siehe hier für eine grafische Darstellung der Klassifizierung von Lamas und Alpakas. Die Wildformen sind Vikuña und Guanako.

Freitag, 27. November 2009

Die ersten Lamas sind da

Ich bin wieder daheim und trotz Freitag nahe Berlin nicht für großartige Unterhaltung im Sinne von Ausgehen zu gebrauchen. Mehrere Tage Fahrt und 1200 km auf deutschen Autobahnen mit einem Pferdehänger hinten an der Anhängerkupplung machen ganz schön müde - trotz interessanter Hörbücher. Ich habe 3 davon geschafft.
Irgendwie scheint sich die Zahl 3 durch meine Reise zu ziehen: abgesehen davon habe ich 3 Nächte bei Freunden verbracht, Indira von der Rhön aus geholt und in Sachsen alle Tiere nach dem Durchimpfen selektiert und noch 2 mit in den Hänger gepackt.
Ich glaube, die Tiere sind ein wenig beleidigt über mich. Naja, Menschen mögen Spritzen ja zumeist auch nicht. Dafür haben sie jetzt erst einmal bis zum Frühjahr wieder Ruhe vor dem Tierarzt.

In Schenkendorf wurden die Lamas auf die Weide gelassen, mit Wasser und Heu versorgt und gebührend bewundert. Schöne Tiere - ich war vorhin noch einmal draußen: vor allem Bino, der weiße Wallach strahlt elfengleich unter dem hellen Mondschein von heute nacht.
Anwesend sind noch Mara, eine gescheckte Jungstute und Indira, eine schöne rötliche Stute mit dichter Wolle. Alle drei Tiere sind Classic-Lamas. Im Bild sieht man Bino neugierig in die Kamera schauend. Sie sind hier im Hänger.

Montag, 23. November 2009

1. temporäre Weide fertig

Am Wochenende wurden mehrere Hundert Meter Breitband-Litze abgerollt und "verbaut", knapp 50 Weidestäbe haben auch herhalten müssen und ansonsten wurden die vorhandenen Holzpfosten benutzt.
Der Wildschutzzaun ist bestellt (2100 m=2,1km!).

Eine der Pferdetränken wurde am Wochenende ebenfalls abgeschraubt und ursprünglich sollte die Schwimmertränke nun angebaut werden, aber: das Eckverbindungsstück - also der Winkel in der Wasserleitung fehlte! Und weder Raiffeisen, noch 2 Baumärkte oder ein Gartenmarkt hatte die Teile. Leider ist das notwendig, um den Schlauch daran zu befestigen.
Ansonsten ist eine Weide temporär für die Tiere vorbereitet. Morgen fahre ich los und hole ein paar Tiere her.
Und damit der Blog ein wenig Farbe bekommt, habe ich vom gestrigen Sonnenuntergang ein Foto geschossen. Das ist die Straße vor unserem Haus in Richtung Dorfmitte. Ganz schwach kann man noch den "Turm" am Eingang des Schlosses in der rechten Mitte erkennen.

Sonntag, 15. November 2009

Sicherungen und Kerzenwachs im Katzenfell

Wir haben endlich die Zuordnung der verschiedenen Sicherungen zur Beleuchtung und den Steckdosen herausgefunden. Nur bei zweien wissen wir partout nicht weiter. Unser Hof ist interessant verkabelt: wir haben insgesamt 3 Sicherungskästen - merkwürdigerweise hängt die Waschmaschine im Bad an dem Kasten für den gemauerten Pferdestall und die Scheune. Eine interessante Lösung für ein für uns nicht erkennbares Problem.
Und wir haben das Gartenwasser angestellt. Einige Hähne im Garten funktionieren nicht. Aber die Tränken im Stall und in den Pferdeboxen und die auf der Gartenweide sind in Ordnung. Jetzt muß ich die Tränke unten im "Garten" umbauen. Derzeitig befindet sich eine Pferdetränke dort. Für Lamas ist die Drückerfunktionsweise jedoch komplett ungeeignet. Stattdessen benutzt man Schwimmertränken, wie die von Suevia (für Schafe). Es gibt sie in beheizter Form (ca. 230€) und unbeheizt (für ca. 53€).
Ansonsten haben wir ganz gute Möglichkeiten, zumindest dort für die "dunkle Herde" eine webcam einzubauen. Sollte dies Vorhaben erfolgreich sein, werde ich die Bilder hier hochladen und man wird zumindest diesen Herdenteil über Internet betrachten können. Aber dafür ist mein Mann zuständig - irgendwann einmal, wenn wir Zeit haben. Dunkle Herde übrigens deshalb, weil Ares dunkel ist und ich dieses Jahr nur dunkle Stuten bei ihm habe.

Und jetzt ein paar Infos auf Nachfrage:
Von den Katzen gibt es etwas Neues: und zwar von der kleinen weiblichen Mieze. Dazu sollte man wissen, daß wir abends gern in der Bibliothek sitzen (ja, da sind auch Computer) und Kerzen anzünden. Zu dieser Jahreszeit gibt es dann Wein, Glühwein, Kakao mit tschechischem Rum oder auch Horlicks (ein Mitbringsel aus Schottland). Und da es hier am wärmsten ist, kommen die Katzen auch und gesellen sich zu uns. Gestern fand die Kleine eine der flackernden Kerzen besonders spannend. Aufmerksam beobachtete sie sie und streckte die Tatze immer wieder aus. Ich besah mir das auch einem Meter Entfernung und dachte mir: 'Sie wird schon merken, daß es heiß ist.' Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, daß sie beherzt mit Schwung nach der Kerze stieß, die daraufhin promt umflog und die Katze (und die Seite eines Bücherregales) mit Wachs bespritzte. Das arme Tier! Nach seiner Flucht spürte ich sie auf, um sie auf Verbrennungsschäden zu untersuchen. Das war kein Problem, das Wachs in ihrem Fell allerdings schon. Leider fiel mir kein anderes Mittel ein, als ihr mit der Schere zu Leibe zu rücken und vorsichtig Wachsspritzer aus ihrem Fell zu schneiden. Vorbildlich und geduldig hielt sie relativ lange ruhig. Alles habe ich nicht erwischt. Rein chemisch kann man das zwar sicherlich mit Petroleum auflösen, aber das kann ich ja keiner Katze zumuten. Hat jemand noch eine andere - möglichst bessere - Idee?

Freitag, 13. November 2009

Berlin als tolerante Kreativwerkstatt

Mal eine komplett irrelevante Meldung in Bezug auf Lamas, dafür aber ein Lob auf das Land.
LonelyPlanet (ja, DER LonelyPlanet) hat die 10 "top"-Reiseziele für 2010 publiziert:
(Hier ist der link.) Und Deutschland ist dabei:

Some countries are simply allowed to be, but Germany has had to reinvent itself more times than Madonna. And it has done so again since 1990, when reunification brought an end to nearly three decades of division. In year 20 after its latest rebirth, Germany is still a country where you can witness history in the making. Head to Hamburg, where an entire new quarter is being wrested from the detritus of a 19th-century harbour. Or to Dresden, where the domed Frauenkirche church is once again the diamond in the shining tiara that is the city’s famous skyline. And, of course, to Berlin, whose climate of openness spawns more creative experimentation than a Petri dish on Viagra.

Mein Kommentar, den ich meinen ausländischen Besuchern auf Nachfrage mitteile: es gibt viele Städte, die das Attribut schön verdienen, auch viele, die historisch sind, aber nur sehr, sehr wenige, die sich tatsächlich auch interessant nennen dürfen. Und die Hauptstadt verdient den Begriff voll und ganz. Selbst nach 13 Jahren bin ich ihrer immer noch nicht überdrüssig. Wohl einer der Gründe, warum ich in Berlin "steckengeblieben" bin.