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Sonntag, 13. September 2015

Wollfest in Zernitz

Heute mal ein wenig aus unserem seltenen Privatleben.

Der Alpacahof "Zwei Eichen" und der Ostelbische Spinnkreis laden recht herzlich zum 1. Wollfest im Zerbster Land ein.

So habe ich vor einigen Wochen (oder waren es Monate?) eine Mail in meinem digitalen Briefkasten gefunden und beschlossen, mir diesen Tag dafür freizunehmen.
Nachdem der Vormittag mit Ausmisten und Tierversorgung verging, luden wir die Kinder ins Auto und fuhren die 150 km ins Zerbster Land. Wir kamen ein wenig spät, aber dafür waren es nicht mehr so viele Leute. Kuchen war sehr lecker und wir konnten auch ein wenig filzen. Da eine Blume lt. der Frau vor Ort zu schwer für meine Vierjährige sein sollte, einigten wir uns: sie macht einen Ball für ihre Babyschwester und ich filze eine Blume für sie.
Ball und Blume jeweils für eine andere Person gefertigt
Ein Berg bunter Filzwolle für kreative Stunden
Ganz besonders gefreut hat es mich, daß ich im Faserquiz alles richtig erfühlt hatte. Ich bekam bei der Verlosung den 1. Preis und suchte mir ein paar schöne Stulpen aus italienischem Wollwalk aus. Das Quiz war gar nicht so einfach (vor allem nicht, da ich am Vormittag keine Handschuhe anhatte und einige Splitter und beginnende Blasen meine Handflächen zierten). Kamel und Alpaka ist reine Übungssache - sie waren sich sehr ähnlich, aber ein wenig Vorteil konnte ich durch meine langjährige Erfahrung damit ziehen. Schwierig fand ich, Angora und Kaschmir auseinanderzuhalten - die beiden Faserproben vor Ort waren sich wirklich ähnlich. Merino und Coburger Fuchsschaf waren wirklich einfach. 
Beschäftigung für Baby: Graskrabbeln
Und auf dem Heimweg haben wir noch schnell - wie jedes Mal, wenn wir dort sind - beim Ziegenhof angehalten. Ich war wahrscheinlich ihr letzter Kunde für heute. Dafür habe ich den gesamten Rest des geräucherten Ziegenkäses mitgenommen.
Alles in allem ein angenehmer Tag mit einem besonders schönen freien Nachmittag, der zur Abwechslung ein wenig der Familie gewidmet war.
Einen herzlichen Dank für die Gastfreundschaft, Heidi!  Und ganz besonders noch für den Abschiedskaffee! Während meine gesamte Familie die letzte Hälfte des Heimweges verschlief, fuhr ich in der einsetzenden Dunkelheit heim. Es ist wirklich Herbst - vor einigen Wochen bin ich um diese Zeit noch zu einem letzten Kontrollgang zu den Lamas losgegangen.
Den Blinker zu unserer Hofeinfahrt setzte ich sehr passend zur Melodie von "Sandmann, lieber Sandmann" .......

Donnerstag, 6. August 2015

Schon wieder eine Kältewelle

"La Niña" hat Südamerika wieder einmal fest im Griff - und gepaart mit der geringen Sonnenaktivität führt dies zu einem extremen Kälteeinbruch in den Hochanden. So etwas hatten wir schon vor wenigen Jahren. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Alpakas leiden darunter. Sie erfrieren oder finden keine Nahrung mehr durch die anhaltenden Schneefälle. Tagestemperaturen von -20°C halten die Tiere zwar durchaus mal kurzzeitig aus (wir streuen hier extrem viel Stroh und Heu ein in diesem Fall und bei uns sind sie in windgeschützten Unterständen), aber nicht über längere Zeit ohne Ställe. Das ist sehr bitter und mein Herz blutet .... nicht nur für die Tiere und den Genpool, sondern auch für die Menschen, die von den Tiere leben.

Samstag, 1. August 2015

Ausstellung über Naturfarben

Letzten Samstag habe ich mir einige Stunden freigenommen und bin mit meiner älteren Tochter und zusammen mit einigen Bekannten vom Spinntreff in die Ausstellung "Schwein trifft Farbe - Pflanzenfarben erleben"  in Teltow/Rühlsdorf gegangen. Es werden sehr interessante Informationen und Anschauungsobjekte vor allem in Bezug auf die auch in Brandenburg angebauten Farbstoffe Färber-Resede, Krapp und Waid gezeigt. Die Ausstellung ist nur noch bis Dezember 2015 geöffnet, wenn jemand noch hin möchte.
Anbei noch einige Eindrücke:

Mittwoch, 8. Juli 2015

Caja geschoren

Ich hatte Cajamarca - die neue Stute - vorletzte Woche doch noch geschoren und ihr eine Sattelschur verpaßt. Das war ganz gut bei der Hitze, die kam. Caja stammt auch aus der Linie wie das neugeborene Fohlen von Cecilia. Die Urgroßeltern von Cajamarca sind teilweise die Gleichen wie die Großeltern von Inara, dem ebenfalls gepunkteten Stutfohlen.

Montag, 8. Juni 2015

Lamastand

Gestern abend nach der Wanderung war noch so schönes Wetter und ich tatsächlich noch so fit, dass ich promt beschloß, abends halb acht noch zwei Lamas zu scheren. Also die beiden eingefangen und los ging es.
Bei Felipe mußte ich auf einen Schemel steigen, weil ich so schlecht hochkam. Felipe ist ca 1.25 m hoch am Widerrist. Schön finde ich es, dass er inzwischen auf Kommando in meinem ca. 50 qm großen "Catchpen" einfach so mittendrin stehenbleibt und ich ihn problemlos halftern kann. Früher mußte ich ihm ständig hinterherrennen.
Die dicke Hera hat mir dann meinen Metallstand zerlegt. War extrem sauer. Sie ist eine sehr nette Stute - mit dem äußerst unschönen Charakterzug, daß sie alle meine Tore, Zäune o. ä. demoliert, wenn sie nicht dort bleiben möchte, wo ich sie gern hätte. Sie stemmt sich einfach mit ihrem beträchtlichen Gewicht dagegen. Nur Elektrozaun hält sie zurück. Üblicherweise schere ich sie angebunden im Catchpen, aber sie war so nervös wegen ihrer Tochter, daß ich sie in den Stand stellte. Diesen haßt sie ... ich weiß auch nicht warum. Leider fällt mir das immer erst ein, nachdem sie versucht, ihn von innen heraus umzukippen. Und so kam es dann auch - sie stemmte sie derart dagegen, daß die Schweißnähte endgültig rissen und das Stützgestell vorn abging. Den Stand hielt ich jedoch fest und er blieb stehen. Ich schor sie in aller Ruhe fertig und besah mir das Malheur danach. Sie war mir übrigens heute recht dankbar - sie leidet unter der Wärme nämlich enorm trotz ihrer kurzen (aber dichten) Faser.
Hier ein ganz herzliches Dankeschön an Klaus P.! Er hat mir heute sehr kurzfristig meinen Stand wieder zusammengeschweißt und auch vorn die Stütze verstärkt. Ich hoffe, das hält jetzt wieder einige Jahre. Zugegebenermaßen habe ich den Stand erst seit ca. 4 Jahren, aber finde ihn sehr bequem und praktisch. Möchte ihn inzwischen nicht mehr missen.

Freitag, 22. Mai 2015

Eldor

Eines meiner sehr wenigen stärker bewollten Lamas - das ist Eldor. Genauer sollte ich wohl sagen: so sah Eldor bis zum 21.5.2015 aus. Dann habe ich beschlossen, ihn einmal komplett zu scheren, damit er dann schön gleichmäßig nachwachsen kann. Er wird in einer Zeit kuschlig wie ein Teddy aussehen.
Eigentlich schere ich meine Tiere sehr ungern mit Hals, nachdem sie einmal das Babyvlies dort weg hatten, aber ich hatte mich - sehr kurzfristig und noch während des Scherens umentschieden. Nun ist leider die schöne Mähne weg, aber es wächst ja nach. Und dann auch besser kämmbar. In 2 Jahren wird sie wieder so lang sein wie letzte Woche. Er sieht jetzt ziemlich merkwürdig aus - ich muß mich erst daran gewöhnen. Danach bekommt er nur noch eine (erweiterte) Sattelschur. Er hat eine schöne Farbe - grau mit ein wenig braun gemischt.

Sonntag, 17. Mai 2015

Noch mehr geschorene Lamas

Drei Tiere waren heute dran: Hailey mit ihrem Babyvlies wurde einer Komplettschur unterzogen - die Faser wird dann hübsch kuschlig wie ein kleiner Teddy nachwachsen. Ayla hat eine erweiterte Sattelschur komplett hinten und vorn erhalten - ohne Hals. Und Dana eine erweiterte Sattelschur mit Hinterteil, aber ohne Hals und Vorderbeinen.
Ayla dieses Jahr mit Sattelschur++
Dana dieses Jahr mit Sattelschur+

Donnerstag, 14. Mai 2015

Wieder einmal Schurtag

Drei Lamas heute geschafft, einmal Sattelschur und zweimal Sattelschur+.
Siana war dran mit einer Sattelschur und dann habe ich die beiden Halbschwestern Baila und Bonnie vom Hengst Ares genommen, zur anderen Weide geführt und dort geschoren. Beide älteren Stuten sind schwanger und standen ganz brav wie eine Eins da. Sie haben trotz ihres Alters eine tolle Faser: sehr fein, sehr gutes Handling, sehr weich, hoher Comfort. Allerdings ist es nicht viel. Obwohl es wirklich schöne Farben sind, überlege ich gerade, sie vielleicht zusammenzumischen. Aber möglicherweise auch nicht. Diese Fasern sind aufgrund der geringen Menge (500-600g Untervlies) und der Feinheit nur etwas für Handspinner. Als solche werde ich sie dann auch verkaufen. Bis ich sie aber sortiert habe, vergeht noch ein wenig Zeit. Ich habe die Stuten dann wieder zurückgebracht, wo sie schon sehnsüchtig vom besorgten Hengst erwartet wurden. Geht ja nicht, daß ich so einfach seine Frauen am Vatertag wegnehme!
Bonnie kurz vor der Schur
Die geschorene Bonnie. Habe mich bei ihr entschlossen, auch den vorderen Körperbereich mitzuscheren.
Die geschorene Baila. Dieses Jahr nur die einfache Sattelschur+, also lediglich den hinteren Bereich mit.

Sonntag, 10. Mai 2015

Schurbilder

Einige Vorher-Nachher-Bilder habe ich, allerdings sind sie nicht gerade die schönen PR-Fotos. Die 3 Stuten sind keine Classics: sie sind Mediums oder Woolys.
Ich unterscheide verschiedene Schurmöglichkeiten bei Lamas. Das ist abhängig vom Tier, dessen Hitzeempfinden, meiner Laune, der Faser, etc. 

Bei mir gibt es bei den Lamas: komplett, Sattelschur und Sattelschur+
Sattelschur: nur Körpermitte, ohne Beine oder Hals
Sattelschur+: Körpermitte und Beine - manchmal auch inkl. Brust
komplett: alles inkl. Hals

Vanora im März 2015 vor der Schur
Vanora im Mai 2015 mit Sattelschur
Mokka im April 2015
Mokka im Mai 2015 mit typischer Sattelschur
Aymara mit Komplettschur - den Hals mußte ich mitscheren, weil sie sich vorn am Hals alles am Zaun abgerubbelt hat. Erst die Schur bringt ihre schöne graue Farbe hervor. Eigentlich ist sie pechschwarz geboren, aber die Sonne bleicht ihre Faser ins Silbergrau aus und mit den Jahren wird sie immer heller im Grau. Eine edle Farbe!

Mittwoch, 6. Mai 2015

Schersaison eröffnet

Dieses Jahr bin ich der Ansicht, dass die Eisheiligen schon 2 Wochen früher - nämlich letzte Woche - kamen und habe daher mit der Schersaison bei meinen Tieren begonnen.
Fünf Stuten wurden im Lamastand bereits mit der Handschere von ihrem wärmenden Vlies befreit. Gestern eine, heute vier. Die kleine Capri war das erste Mal dran - sie hat ihre Sache sehr gut gemacht und nicht ein einziges Mal ausgeschlagen. Bin sehr stolz auf die Kleine. Es half natürlich, daß ihre vorher geschorene Mutter in Sichtweite einen Meter vor dem Lamastand gemütlich aus einem Eimer Leckerli fraß und sich genüßlich über Heu hermachte. Bei Lara mußte ich wegen ihrer Größe auf einen Schemel steigen. Und bei Aymara gab die Schärfe der 2. Handschere dann langsam auf, weswegen es ein wenig ungleichmäßiger aussieht als bei den anderen. Anbei ein Bild davon. Ich habe die Stute dann natürlich verschönert, wollte aber die Nachschnitte nicht im Vlies haben - diese kommen in eine Seife. Aymara wird von Jahr zu Jahr grauer in ihrer Faser - sie ist als pechschwarzes Fohlen geboren. Inzwischen bleichen ihre Haare zu einem dunklen Stahlgrau aus - oben wirkt es eher silbergrau. Eine interessante Färbung. Morgen werde ich die Scheren schleifen lassen und dann geht es weiter. Mal sehen, wieviele ich bis Ende nächster Woche geschafft habe. Erfahrungsgemäß kämpfe ich nach der Schur aller Tiere mit einer leichten Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk und muß diese ein wenig ruhen lassen.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Vanora

Vanora: Endlich bin ich mit dem Sortieren ihres Vlieses fertiggeworden. Eine traumhafte Faser: superweich, seidiges Handling - aber: Babyvlies! Das bedeutet auch bei Lamas: kleine Heureste ohne Ende, die mitten in der Faser stecken. Und stundenlanges Sortieren nötig machen. Wie ich kürzlich auch auf facebook anmerkte: so viel Geld kann man gar nicht für die Faser bezahlen, wie ich mir wirklich stundenlang Zeit genommen habe, dieses Vlies per Hand zu sortieren und von Heuresten zu befreien, damit dann etwas Verwertbares herauskommt. Ich habe mich entschieden, das Vlies per Hand zu waschen, zu kardieren und zu verkaufen. Ich hoffe damit, dass sich Spinner/Innen finden werden, die diese Faser und die Mühe wertschätzen. Etwas Gutes gab es aber während des Sortierens: ich bin endlich mal wieder mit meinen Hörbüchern weitergekommen.  Allerdings sind mir dann die Finger so kalt geworden, dass ich regelmäßig immer nach 1,5 Stunden aufhören mußte.

Samstag, 24. Januar 2015

Spinntreffen

Heute war ich beim Spinntreffen in Berlin. Zum Spinnen bin ich nicht gekommen, weil mein "altes neues" Rad ein verbogenes Metallstück hat und deshalb nicht läuft. Da ich es so bekommen hatte, konnte ich dies natürlich nicht wissen. Aber ich hatte Strickzeug mitgenommen. Kam aber auch nicht wirklich dazu, weil dafür viel zu viele interessante Menschen zum Plaudern vorhanden waren. Das Buffett war auch lecker. 
Die meisten hatten Kromski-Räder und es waren auch einige Henkys vertreten. Ich hatte die Möglichkeit, ein Sonata zu testen vom Tritt her. Vielen Dank! Für die komplette nahe Ansicht der beiden Tischwebstühle kam ich zu spät, aber das, was ich sah, war beeindruckend. Ich kenne sonst nur die zimmergroßen Teile.
Es gab jemanden, der kardierte Alpakafaser verkaufte - was natürlich sofort zu einem kleinen Fachgespräch ausartete. 
Im Großen und Ganzen muß ich ehrlich gestehen, daß ich positiv überrascht bin. Sehr freundliche und hilfsbereite Leute allerseits und ich habe mich auch willkommen und nicht als komplett Fremde gefühlt.
Vielen Dank an alle für die netten Stunden.
Anbei ein Foto in eine Ecke des Raumes hineinfotografiert.

Donnerstag, 22. August 2013

Video: Faserverarbeitung

Ich habe die entsprechende Seite auf meiner Homepage eingestellt. Dort kann man sich über die maschinelle Verarbeitung in einer Wollmühle informieren.
Für alle Interessierten: hier ist der Ablauf der Verarbeitung von Lamafaser in einer Minimill mal von mir als Video zusammengefaßt worden. Viel Spaß beim Ansehen.


Sonntag, 18. August 2013

Faserverarbeitung in der Minimill Teil 2: Lamafaser

Während der Einweisung wurde auch Lamafaser und Angora verarbeitet.
Ich lieferte die Lamafaser und nahm das Vlies von Baldur Zadik vom letzten Jahr. Während seine Spitzen zu einem Braun ausbleichen, ist seine eigentliche Faser ein wunderschönes Anthrazit.
Lamavlies eines Classics und Mediums unterscheidet sich ein wenig von Alpakavlies. Aber dazu komme ich in einem anderen Eintrag, weil es hierfür einiger Erklärungen bedarf. Fazit war, daß ich ganz besorgt um meine Fasern jeden Schritt verfolgte und aus Neugier bezüglich der Gewichtsverluste auch nach einigen Maschinen fleißig auswog.
Es wurde in die Trommelmühle gepackt. Von den ursprünglichen ca. 700g blieben 580g übrig - nicht umsonst hatte ich ihn meinen "wandelnden Heuballen" getauft. Inzwischen ist er einmal komplett geschoren worden und somit dürfte es in den nächsten Jahren besser sein.
Es sind also hauptsächlich ein paar Strohteile, Staub, und wahrscheinlich auch ein wenig vom "2. Schnitt" herausgeflogen. Der 2. Schnitt ist der sogenannte Nachschnitt, der sehr unerwünscht ist, aber manchmal zur ästhetischen Schönheit des Lamas notwendig ist, wenn man nicht ganz genau geschoren hat oder das Lama gerade in diesem Augenblick beschlossen hat, mal einen Schritt zur Seite zu gehen (ich hatte Baldur in dem Jahr nur vorn an einen Pfahl angebunden und nicht in einen Stand gepackt).

Nach dem Waschen und Trocknen waren es dann auf einmal wieder 598g. Da wir die Faser über Nacht stehenließen, vermute ich mal, daß ein wenig Luftfeuchtigkeit aufgenommen wurde. Nach dem Picker und dem Faserseparatur betrug nun die Menge etwa 70% vom Ausgangsmaterial. Das ist eigentlich normal - und für ein Lama mit double-coat sogar ganz gut. Weiter ging es in den Kardierer.
Vergleich: oben nicht separierte Faser, unten Faser nach dem Separator
Abfall nach dem Separator: Heustückchen und vor allem viel Grannenhaare (primäre und sekundäre)
Ich hatte mich entschlossen, die Faser zu einem mitteldicken, zweifädigen Garn zu verarbeiten bzw. verarbeiten zu lassen. Es wurde also in entsprechende Stränge unterteilt und versponnen.
Die Faser wurde noch verzwirnt, gedampft und dann in Stränge gewickelt.
Auf Konen aufgewickelt, wird das Garn durch den Steamer zur Fixierung des Zwirns geschickt.
Jeff war ganz begeistert von meiner Lamafaser und ich hielt kurz bevor ich dann am Donnerstag wieder abfuhr, einige Stränge absolut weiches, wunderschönes 100%iges Lamagarn und noch ca. 50m Kardenband von meiner ursprünglichen Faser in der Hand. Ursprünglich hatte ich das Garn zum Verkauf bestimmt, habe mich dann aber prompt umentschieden - ich behalte es und stricke mir selbst einen Schal und Mütze. Wird ein schönes warmes Andenken an die Zeit.
Möchte hiermit Fam. Funke und Jeff danken, die meiner Besorgnis fabelhaft Rechnung trugen und wirklich nichts verschwendeten. Ich habe gesehen, wie sorgsam sie sind und bin sicher, daß auch in Zukunft jede Faser von jedem mit der gleichen Sorgfalt und Sparsamkeit behandelt wird. 

Mittwoch, 14. August 2013

Faserverarbeitung in der Minimill Teil 1

Im März war ich einige Tage in der Uckermark. Gehört zwar auch zu Brandenburg, liegt aber im Norden Berlins und doch ca. 2 Autostunden von mir entfernt. Grund meiner "Dienstreise" war die Ankunft des kanadischen Technikers Jeff von Belfast Minimills. Er gab die Schulung und Einweisung für die neue Wollmühle von Fam. Funke, die inzwischen ihren Betrieb aufgenommen und auch schon fleißig die Fasern von verschiedenen Leuten und Betrieben verspinnt.
Was ich dort zu suchen hatte? Zum einen trieb mich natürlich extreme Neugier, aber eigentlich wurde ich gebeten, bei der Übersetzung zu helfen, damit auch wirklich alles richtig verstanden wurde. Hier mal ein großes Lob an Ursula Funke: Dein Englisch wird immer besser! 
Ich kam an, als die Maschinen schon aufgebaut waren. 4,6 kg weiße Alpakafasern waren schon mit einer Trommelmühle vom gröbsten Staub befreit, in der Waschmaschine gewaschen und mit einer von Bernd Funke interessanten Lüfterkonstruktion getrocknet worden. Und auch durch den "Picker" gejagt. Es konnte also losgehen.
Zuerst mußte die Spreu vom Weizen getrennt werden - bei Fasern also die groben Fasern (Grannenhaare), die übriggebliebene Vegetation, usw. von der eigentlichen Qualitätsfaser getrennt werden. Das geschieht im Faserseparator. In diesem wird das Gewicht auch noch einmal beträchtlich reduziert. Aber übrig bleibt eine ganz wundervolle Faser, bei der es sich wirklich auch lohnt, sie zu verspinnen.
nach dem Faserseparator
Weiße Alpakafaser wird in den Kardierer geschickt
Das Kardenband wird nochmals verfeinert und zum Spinnen vorbereitet.
Bernd, Ursula und Jeff an der Spinnmaschine - es macht Spaß!
In der Spinnmaschine
Es folgt die Kardiermaschine, aus der am anderen Ende ein dünnes Kardenband (roving) oder ein Kammzug (batt) je nach Einstellung hervorkommt. Die weiße Alpakafaser wurde als Kardenband verarbeitet, welches dann noch einmal in der nächsten Maschine verdichtet und gezogen das Ausgangsmaterial für den Spinner, also die Spinnmaschine, darstellte.
Jetzt sind Erfahrungswerte, Feingefühl, Kundenwunsch und noch einige Faktoren wichtig - es werden nämlich nämlich die einzelnen Fäden gesponnen. Auch dieses klappte ganz wunderbar. Jeff war zwischendurch immer mal wieder begeistert von der Qualität der Faser.
Wir hatten einige Spulen produziert, die dann im Verzwirner ein dreifädiges Garn ergaben. Auf Konen gewickelt konnten dieses mit dem Dampfer (Steamer) vorsichtig fixiert werden. Es wurde entschieden, das Endprodukt einfach in Stränge aufzuwickeln und so hielten wir dann am Mittwoch abend alle bewundernd das erste hergestellte Garn der Wollmühle in der Hand.
Danach wurde noch ein wenig herumgespielt mit dem Effekt, daß Fam. Funke damals ein sehr schönes, weißes, flauschiges, dickes Garn zur Verfügung hatte. Falls jemand Interesse daran hat, sollte er oder sie sich melden - ich finde, es ist gut für Mützen oder Schals geeignet. Aber natürlich weiß ich nicht, ob es noch zum Verkauf steht - vielleicht ist schon alles weg; Fragen schadet sicher nichts.
Und damit der Eintrag nicht zu lang wird und weil ich auch noch etwas erledigen muß, folgt die Fortsetzung später. .... Während der Einweisung wurde auch Lamafaser und Angora verarbeitet.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Alpakamützen aus Peru

Wir haben 7 Mützen anzubieten: 100% Alpaka, handgestrickt, made in Peru. Um genau zu sein, in einem peruanischen Dorf .....
Jede Mütze ist ein Unikat und daher nur einmal vorhanden.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Internetseite - Wollkapitel

Habe mal wieder ein wenig aufgearbeitet und einige Seiten ins Netz gestellt. Diesmal hauptsächlich Seiten zum Thema Fasern im Kapitel Wolle. Man findet es unter Wissenswertes / Lexikon.

Sonntag, 16. Juni 2013

Brückenüberquerung

Ein schönes Naturschutzgebiet: das Sutschketal
Eigentlich soll man ja keine schlechten Fotos von seinen Tieren veröffentlichen. Aber ich mache eine Ausnahme nach der Aktion letzten Samstag, die nicht ganz so planmäßig verlief, wie eigentlich gedacht.
Knüppeldamm von der Ostseite aus gesehen
Am südlichen Ende des Krummen Sees ist der Knüppeldamm - eine Brücke, die ein wenig Feinfühligkeit von Mensch und Tier verlangt, aber bisher eigentlich wenig Probleme für meine erfahrenen Tiere lieferte.
Diese einfache Überquerung gestaltete sich letzten Samstag - sagen wir mal - interessant und weitaus abenteuerlicher als von mir erwartet oder angenommen. Das Wasser war etwas höher als sonst, aber das ist ja nicht wirklich ein Grund hineinzuspringen.
Die erfahrenen Tiere liefen alle darüber und als Mauritius losging, sah ich gar nicht hin und schaute schon auf das nächste Tier. Auf einmal hörte ich ein Platschen - und dann befand sich das Lama auf einmal neben der Brücke im Morast - und zwar etwa in der Mitte der Überquerung. Ich war total überrascht und auch etwas geschockt. So wie das Lama auch. Verblüfft machte er ein paar Sprünge, schaffte es aber nicht mehr hoch. Und dann fingen die nächsten Tiere an zu bocken. Das ist dann allerdings völlig normal. 
Etwa nach einem Drittel - rückwärts sehend - die Tiere meistern dies normalerweise mit Bravour
Bino, der Chef der Jungs und reich an Erfahrungsschatz beim Trekking mit mir, durfte dann mehrfach die Brücke hin- und herlaufen und als "Motivationslama" einigen überhelfen. Mauritius schafften wir wieder zurück ans westliche Ufer (er machte ein paar Sprünge im Wasser) und kam dann als halb grauschwarzes, triefendes und etwas übelriechendes Lama am Ufer wieder an. Mein schönes strahlend weißes, stark bewolltes Parade-Tier sah eher kläglich schmutzig aus! Aber das war nicht das Problem: wir mußten ihn trotzdem auf die andere Seite bringen. Mit gutem Zureden, am Anfang ein wenig Motivation und viel Vertrauen in mich und Bino lief er dann brav auf die andere Seite.
In diese Richtung geht es - das ist der "Weg"
Probleme machte dann auch Apollo, der jüngste unserer Truppe. Er wollte partout nicht auf der Brücke bleiben - Schieben half natürlich auch nicht. Und so gab ich letztlich auf und schaffte ihn im Wasser ans andere Ufer. Ich selbst lief über die Brücke, während er im Morast in Sprüngen neben mir die Stellung hielt. Kurz zuvor wurde ich gefragt, ob Lamas schwimmen können - ja, können sie und Apollo hat das kurzzeitig vorgeführt. Ich hatte ziemliche Bedenken, weil man den Grund weder sah noch erahnen konnte. Aber wir kamen gut auf der anderen Seite an und bei der Ankunft auf dem Rastplatz kurz darauf hatten sich die Tiere schon entspannt. Was für ein Übergang! Und die beiden Tiere sahen - nunja - nicht mehr ganz so schön aus wie am Anfang der Tour ......
Deprimierend ist, daß für die beiden der Schurtermin für Sonntag vormittag bzw. Montag nachmittag angesetzt war - und die beiden Vliese erstmal ruiniert sind. Ich hoffe, daß ich nach dem Scheren den Dreck mit mehreren Wäschen herausbekomme - mit Bürsten wird da wohl erstmal nicht viel. Mal sehen, ob ich die Stellen, die nicht mitgeschoren werden, mit einem Haarshampoo bearbeiten kann - was für eine Sauerei! Aber den Tieren geht es gut - ich habe sie mehrfach kontrolliert - sie haben keine äußerlichen Verletzungen - das zumindest ist die Hauptsache und eine große Erleichterung.
Hiermit möchte ich noch ein Lob an die Teilnehmer der Exklusivwanderung aussprechen: sie sind ruhig geblieben, nicht in Panik verfallen und haben es eher mit Humor genommen. Vielen Dank und weiter so!
Gerade aus dem Morast heraus
"Ich gehe lieber im Morast baden, als daß ich die Brücke überquere." Die hellgrünen Punkte sind übrigens Entengrütze und ein paar Wasserpflanzen hingen auch im Vlies.
Schlammverschmiert und verschmutzt macht Mauritius trotzdem noch eine gute Figur - hier etwa 1 Stunde nach dem Vorfall auf dem Weg nach Hause. Der Dreck ist in der Sonne schon ein wenig getrocknet.

Freitag, 7. Juni 2013

Filzen in der Dämmerung

Eine Freundin von mir hat Geburtstag und hat sich von mir eine gefilzte Blume aus Lama- oder Alpakafaser in Naturtönen gewünscht. Also habe ich mich nach der ganzen Arbeit mit den Tieren und Landwirtschaft, nach dem Füttern, Baden und Ins-Bett-Bringen meiner Tochter noch in der Dämmerung draußen hingestellt und im Innenhof gewünschte Blume für sie gefilzt. Leider komplett vergessen, sie am nächsten Tag abzufotografieren, bevor ich sie mit der Post losschickte. Vielleicht frage ich meine Freundin mal nach einem Bild.
Notiz an mich selbst: egal wie verführerisch es auch ist - bei schwülwarmen Wetter nicht draußen in der Dämmerung filzen. Und auch jetzt nicht mehr. Ausnahme: man möchte unbedingt zur Hauptmahlzeit der Moskitos mit seinem eigenen Blut beitragen.
Positiv war aber, daß meine Hände nach dem Nassfilzen mal so richtig wieder grundtief sauber wurden, ohne daß ich sie mit selbstgemachter Peelingseife bearbeiten mußte. :)

Montag, 3. Juni 2013

Alpakaschurtag in der Uckermark

Schertag in der Uckermark. Wie auch die letzten Jahre war ich wieder dabei. Scherer sind diesmal wieder die Neuseeländer von 2011 gewesen.
89 Alpakas an einem Tag inkl. 2 Pausen. Und damit ich auch rechtzeitig mit dem Übersetzen anfangen konnte, fuhr ich schon Freitag abend in den Norden. Da konnte ich dann auch sicher sein, daß meine eigenen Alpakas schön trocken untergebracht waren - es regnete natürlich vorher in der Nacht.
Ich habe diesmal nicht viele Bilder gemacht - dazu waren wir alle viel zu beschäftigt. Hauptsächlich war ich mit Übersetzen, ein Alpakabein kurz während der Brustschur haltend und Nägelschneiden beschäftigt. Das ich mit recht häufig auf Knien befand, merkte ich erst am nächsten Morgen. Rechtes Knie etwas empfindlich (ich trug ja keinen Knieschutz) und Muskelkater im Oberschenkel. Etwas steif war ich während der Wanderung am nächsten Tag auch (aber zum Glück hörte der Regen währenddessen auf).
Alpakas sind jetzt "nackt", aber zweien war kalt. Und nachdem ich sie zittern gesehen habe (sie wurden von mir daraufhin in den Unterstand gescheucht), bin ich wieder mutlos geworden, was die Lamaschur angeht. Entweder sind die Tiere naß oder es ist zu kalt dieses Jahr, aber irgendwann muß es losgehen, sonst ist es zu spät .....