Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Es ist zwar eine der arbeitsamsten und organisatorisch vielseitigsten, aber der Geruch, die Farben, die Temperaturen, der Wind, ..... machen alle Mühe und Schlafmangel wieder wett. Und heute mischte sich in dem Geraschel der Bäume und dem Geruch der Jahreszeit auch noch der Geruch von frisch angeliefertem Heu und das Geräusch des Traktors, der es stapelte, hinein. Ein paar Tonnen sind es, die bis November reichen dürften. Dann wird das Heulager komplett aufgefüllt. Im Winter brauchen sie eine ganze Menge mehr. Vorbestellt ist alles, vorhanden auch und habe daher keine Sorgen eines Engpasses bis zum nächsten Spätsommer.
Lamas und Alpakas wurden vormittags ein paar Stunden auf die Weiden ausgesperrt. Als der Traktor mit der Fuhre kam, stürzten sie alle an den Zaun und waren gar nicht erfreut, alle Tore verschlossen vorzufinden. Und so blieb ihnen nur die Neugier und die Erwartung. Ich habe nach Abladen in aller Ruhe alle Eingänge ins Heulager versperrt und verschnürt, Wasser und Heuraufen aufgefüllt, Mineralfutter kontrolliert, ausgemistet aus den Paddocks und die Tore wieder aufgesperrt.
Die Stuten sind ziemlich pikiert, daß sie jetzt nicht mehr direkten Zugang zum Heulager haben und sich tatsächlich mit den Raufen begnügen müssen ....
Ansonsten wurde noch Mineralfutter für die nächsten Monate bestellt. Sattelleinen und Trekkingleinen, die geordert wurden, sind auch im Entstehen und die am letzten Wochenende ausverkaufte Seife Lapaka-Mottenschreck gibt es auch wieder.
Die Zeit vergeht ......
Die Zeit vergeht ......





Den neuen Alpakas geht es auch gut. Sie saßen heute morgen mitten zwischen den Lamas im Unterstand und beim Fressen sehe ich sie häufig in der Nähe von Lara. Oder sollte ich sagen, daß die große Lara ständig in der Nähe der kleinen Alpakas ist? Auf jeden Fall machen alle einen ruhigen und gelassenen Eindruck, fessen die Weide ab, die ich gestern abend neu für sie geöffnet habe und freuen sich an der Sonne. Sie versuchen, sich mit den Lamafohlen, die ungefähr ihre Größe haben, anzufreunden. Und heute abend haben sie sich auch ein wenig am Spielen vergnügt. Amüsant fand ich eine der neuen Stuten, wie sie der wesentlich größeren Mara wie eine Gazelle hinterherhüpfte. Die ersten Herbstnebel gab es vor ein paar Tagen schon .....

Am 4.9.2011 habe ich Billi Zadik mit Inti de Oro gedeckt - heute, fast genau ein Jahr später kam das Fohlen: eine wunderschöne dunkel-graubraune Stute. Geboren wurde sie am Nachmittag so gegen 15 Uhr. Ein sehr schönes Tier - eine der letzten dieser Verbindung. Billi ist inzwischen 16 Jahre und Inti 17 Jahre alt - obwohl beide noch nicht so alt aussehen. Billi bekommt wieder eine Pause bis mindestens nächstes Frühjahr und dann sehe ich sie mir nochmals an. Mutter und Fohlen kommen morgen in die Stutenherde. Derzeitig brauchen sie Ruhe und werden vom Hengst bewacht (ein langjähriger, sehr verlässlicher Vater). Einen Namen habe ich noch nicht, werde ich mir aber noch überlegen müssen. Anfangsbuchstabe "B". Eventuell Bría - der Name steht schon eine Weile auf meiner Liste. Ist aus dem Gälischen und bedeutet "Beauty" (=schön, Schönheit).
Hier auf dem Foto sieht man die kleine Familie schön: links die Mutter Billi, rechts der Vater Inti und in der Mitte die Kleine, die sich gerade aufgemacht hat, ihren Papa anzustupsen.




Zwar immer noch warm, aber auf der großen Weide fegt ein kühlender Wind über das Gras. Die Lamas (und Alpakas) sind alle draußen und grasen im Schatten. Mit "alle" meine ich außer unserer Stubenhockerin Valeria. Sie war wohl in der Nähe und flugs drin, als ich auch hineinging. Und als ich mich blicken ließ, kam Lara auch angaloppiert. Sie könnte ja sonst etwas verpassen! Nur Minuten später ließ sich die einjährige Belana auch blicken und lief neugierig zwischen den Türen und meiner Tochter hin und her. Die anderen zeigten wenig Interesse am Wasserwechsel und Heuauffüllen und blieben auf der Wiese. Weder Cassandra noch Käte zeigten irgendeine Neigung, endlich ihre Fohlen zur Welt zu bringen. .....


Diese Woche ist Eingewöhnungsphase im Kindergarten - bei unserer menschlichen Tochter. Ich gebe zu, daß es für mich sehr ungewöhnlich war, auf einmal an einem Wochentag ohne kleine Begleitung zu sein und ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, irgendetwas vergessen zu haben. .... Merkwürdig, wieder einige Stunden allein zu sein. Kein Geplansche beim Lama"wässern", keine kleinen Händchen beim Heufüttern, kein fröhliches Gejuchze beim Minimensch hinter Lama-Herlaufen, kein "Verjagen" der Lamas aus deren Sandkasten durch ein Kleinkind, welches selbst darin spielen will, .... Ich weiß, unsere Tochter war größtenteils pflegeleicht und saß einfach nur in ihrer Trage und besah sich Lamas und Bäume bei Touren mit und ohne Gästen, aber sie ist jetzt alt genug, einem geregelten Tagesablauf mit Gleichaltrigen nachzugehen. Mehr als 14 Monate war sie daheim und obwohl ich sie viel eher hätte abgeben dürfen (lt Gesetz stand mir wohl schon sehr viel früher wegen Vollbeschäftigung beider Elternteile ein Platz zu - nennt sich Rechtsanspruch), hatte ich mich entschlossen, sie bei mir zu behalten. Und bin erfreut über ihre Fortschritte und ihre Entwicklung. Und natürlich ihre ganze Hilfe bei meiner täglichen Arbeit. Danke, K. Die unteren Bilder stammen alle von heute - bei der nachmittäglichen Lamakontrolle, bei der auch gleich nochmals das Wasser gewechselt und aufgefüllt wurde.
Ich habe den Eimer umgekippt - jetzt kann ich in der Pfütze spielen.
Nachgesehen: der Eimer ist leer!
Gerade hatte das Lama aber noch die Ohren oben ..... Hier sind die männlichen Tiere und die Absetzer.
Mama kann viel besser pumpen. Aber ich kann besser Heu ins Wasser werfen!
Ungebändigte Freude im Lamasandkasten
